DIGITAL MANUFACTURING IN DER HERSTELLUNG VON STABSTAHL

Predictive Quality in der übergreifenden Prozesskette bei Swiss Steel und Steeltec

Qualitätsmängel beheben, bevor sie entstehen. Unseren Kunden eine Null-Fehler-Qualität bieten. Einzelne Stahlkomponenten bis zu ihrer Entstehung rückverfolgen und alle qualitätsrelevanten Prozessparameter nachvollziehen. Das sind die Zukunftstrends im Bereich sicherheitskritischer Bauteile, beispielsweise für die Automobilindustrie.

Zulieferer von OEMs müssen den steigenden Kundenanforderungen gerecht werden und ihre Prozesse digitalisieren.  Als einer der ersten Langstahlhersteller weltweit setzt die SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe Predictive Quality in allen Bereichen am Produktionsstandort Emmenbrücke (CH) ein: vom Schrotteinsatz über das Stahl- und Walzwerk bis zum Blankstahlziehen des Walzdrahtes.

 

Das Ziel: Vorausschauende Fehlervermeidung

Der Trend zu lückenloser Rückverfolgbarkeit einzelner Komponenten ist in der Automobilindustrie längst Gegenwart. Der Fokus liegt auf der kontinuierlichen Verbesserung und vorausschauenden Fehlervermeidung im Produktionsprozess und in der Lieferkette. Um die Einhaltung gängiger Normen sowie spezifischer Kundenanforderungen nachzuweisen, liegt die Zukunft des Qualitätsmanagements in der Prozessdigitalisierung.

Die Datenkomplexität in Stahlwerken, in denen Stabstähle produziert werden, ist hoch. Beispiele für die Datenkomplexität sind die über 200 produzierten Stahlgüten, zahlreiche Abmessungsvarianten, mehrere Fertigungslinien u.a. im Warmwalzwerk und produkt- und kundenspezifische Prozessparameter auf dem Weg vom Schrott zum Blankstahl.

Übergreifender Prozess von zwei Business Units

Die Business Unit Swiss Steel, Hersteller von Langstahl, liefert seinen Walzdraht als Vormaterial an die Business Unit Steeltec, die Blankstahl produziert. Die beiden Unternehmen der SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe arbeiten eng in der kundenspezifischen Entwicklung von hochwertigen Spezialstählen für die Automobilindustrie und den Maschinenbau zusammen. 

Kontakt

 

Industrie 4.0: Predictive Quality bei der Langstahlerzeugung

Als international führender Stahlkonzern investiert SCHMOLZ + BICKENBACH kontinuierlich in neue Technologien, darunter Industrie-4.0-Anwendungen. Bis Mitte 2018 implementieren Swiss Steel und Steeltec das regelbasierte Qualitätsentscheidungssystem PQA (Produktqualitätsanalyse). In den Stahlproduktions- und Verarbeitungswerken im schweizerischen Emmenbrücke integriert das PQA-System Inselanwendungen, die bis jetzt nur einzelne Prozessschritte analysiert haben. Zusammenhänge zwischen Ergebnissen im Labor und an der Walzstraße werden so erkennbar. Qualitätsentscheidungen können nun nicht mehr nur in einer Wertschöpfungsstufe, sondern prozessübergreifend getroffen werden. Ein deutlicher Schritt zu 100% Transparenz im gesamten Produktionsprozess.
Zu den qualitätsrelevanten Prozessparametern zählen unter anderem die chemische Zusammensetzung des jeweiligen Werkstoffs, die Temperatur beim Gießen, thermomechanische Einflussfaktoren beim Walzen, die Walzgeschwindigkeit sowie die Temperatur und die Querschnittsverminderung beim Blankstahlziehen. Die im Produktqualitätsanalyse (PQA)-Tool hinterlegte technische Kausalität der Datenanalytik stellen die Werkstoff- und Prozessingenieure der SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe her.

Beispiel der analysierten Prozessschritte bei Swiss Steel und Steeltec

Qualitätsverbesserungen durch Mensch-Maschine-Interaktion

Für eine intelligente Datenerfassung über die gesamte Wertschöpfungskette werden sämtliche Datenquellen von Sensorsignalen und Detektoren berücksichtigt. Qualitätsrelevante Prozessschritte, die eine Bewertung vom Anlagenbediener erfordern, sind mit einem Ampelsystem ausgestattet. Auf Basis von Systemempfehlungen und der Kompetenz des Fachpersonals wird das Material für den nächsten Arbeitsschritt freigegeben. Durch die Visualisierung von Werks- und Prozessbedingungen profitieren Swiss Steel und Steeltec von zusätzlichen Erkenntnissen über die Zusammenhänge dieser Parameter mit der Produktqualität. Dadurch steigt die Flexibilität in der Fertigung: Regeln lassen sich jetzt anpassen und einzelne Prozessschritte in Echtzeit beeinflussen. Beispielsweise kann die Walztemperatur variiert werden, wenn es für eine bestimmte Stahlgüte oder ein kundenspezifisches Stahlprodukt erforderlich ist.

 

INFORMATIONEN

Swiss Steel:

Link zur Webseite

 

Steeltec:

Link zur Webseite

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Messetermine 2018
Image
Nächsten Themen folgen
Image